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Außer dem gemeinen Seehund gibt es noch einige andere Robben, deren Lebensraum zumindest zeitweise auch das Wattenmeer ist. Vor allem die Kegelrobbe kann häufiger beobachtet werden. Robben wie Klappmütze, Ringelrobbe und Sattelrobbe gelten als Exoten und müssen als Ausnahmeerscheinungen betrachtet werden.

 

Die Kegelrobbe

Die Kegelrobbe ist neben dem Seehund das Meeressäugetier; das sich am besten an die Verhältnisse im Lebensraum Wattenmeer angepasst hat.

Es gibt jedoch zur Zeit im Wattenmeer nur zwei Gebiete, in denen ständige Populationen nachgewiesen werden können. Das eine liegt bei Vlieland in den Niederlanden (1997: ca. 315 Individuen), das andere in Schleswig-Holstein nahe Sylt (1997: ca. 30-40 Individuen)

In einem Protokollauszug der Trilateralen Wattenmeerkonferenz in Stade heißt es jedoch: „Die gegenwärtige Kegelrobbenpopulation im Wattenmeer kann zur Zeit nicht als lebensfähig betrachtet werden. Die Bestände in den Niederlanden wachsen in erster Linie aufgrund von Zuwanderungen aus Großbritannien. Kegelrobben sind auf hoch liegende Sandbänke (die bei Flut nicht unter Wasser liegen) und während des Werfens und Säugens auf Strände und Salzwiesen angewiesen."

Häufiger ist die Robbenart an den Küsten und Inseln auf beiden Seiten des Atlantiks anzutreffen.

 

Obwohl Kegelrobben auch im Wattenmeer vorkommen, besteht zwischen ihnen und den Seehunden kein nennenswerter Konkurrenzdruck. Zum einen gebären Kegelrobben, wie alle Robbenarten außer der Seehund, im Winter. Hinzu kommt, dass Kegelrobben andere Bedingungen für Geburt und Jungenaufzucht benötigen. Während Seehunde noch im Mutterleib das Haarkleid wechseln, kommen Kegelrobben nämlich im langhaarigen, weißen Embryonalfell zur Welt, dem Lanugo. Das Embryonalhaar schützt zwar vor Kälte und Regen, doch wenn das Fell erst einmal nass geworden ist, isoliert es nicht mehr und es droht Unterkühlung. Erst nach drei Wochen, wenn das Haarkleid gewechselt und die Speckschicht dick genug ist, trauen sie sich ins Wasser

Deshalb gebären Kegelrobben entweder auf den Stränden und in den Dünen von Festland und Insel oder aber auf Sandbänken, die auch bei Hochwasser nicht voll überspült werden.

Schließlich wäre eine Überflutung des Jungenaufzuchtplatzes der sichere Tod der Welpen.

Durch die starke Nutzung der Inseln durch den Tourismus gingen viele Gebiete, in denen normalerweise eine Jungenaufzucht möglich wäre, für die Kegelrobben verloren.

 

Die erwachsenen Kegelrobben haben eine gräuliche Fellfarbe. Deutlich ist der Unterschied in der Fellfarbe der Kegelrobben - Geschlechter zu erkennen Hellgrau mit dunklen Flecken die Weibchen und dunkelgrau mit hellen Flecken die Männchen. Ein ausgewachsener Kegelrobbenbulle kann bis zu 300 kg wiegen und erreicht eine Länge von zwei bis drei Metern. Sie übertreffen die Weibchen fast um das doppelte. Charakteristisch für die Kegelrobbe ist ihr kegelförmiger, im Vergleich zum Seehund mit einer wesentlich längeren Schnauze ausgestatteter Kopf und die dazu fast parallelen Nasenschlitze.


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