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Heuler

 

Normalerweise braucht der Seehund keine menschliche Hilfe. Es gibt jedoch Fälle, in denen er ohne seine ,,Krankenhäuser“ - die Seehundaufzuchtstationen - sterben müsste.

Am häufigsten werden sogenannte ,,Heuler“ in Seehundstationen eingeliefert. Das sind Seehundwelpen, die kurz nach der Geburt- in der Regel innerhalb der ersten 48 Stunden- von ihrer Mutter getrennt wurden. Es gibt mehrere Gründe, die zu einer solchen Trennung führen können:

 

1.) natürliche Trennung: Zwillingsgeburt

Zwillinge werden bei Seehunden selten geboren. Kommt es jedoch zu einer solchen Geburt, so stirbt meist eines der beiden Jungtiere. Das liegt aber nicht daran, dass die Mutter nur einen Welpen versorgen kann, sondern in der Regel daran, dass sie nur auf ein Junges aufpassen kann. Schwimmen nämlich beide Kinder in unterschiedliche Richtungen, so kann die Mutter nur einem folgen. Im strömungsreichen Wattenmeer ist das andere Junge schnell abgetrieben.

 

2.) natürliche Trennung: Wettereinflüsse

Bei starken Sturmfluten kann es dazu kommen, dass das Jungtier von der Mutter abgetrieben oder von ihrem Rücken gerissen wird. Starke Strömungen tragen dazu bei, dass die Mutter ihr Junges trotz ausgiebiger Suche nicht wieder findet.

 

3.) unnatürliche Trennung: menschliche Störung

Menschliche Störungen spielen eine immer größere Rolle bei der Trennung von Seehundwelpe und -mutter. Möglich wäre zum Beispiel, dass Wattwanderer ohne Wattführer die rastenden Hunde stören und die Mutter ins Wasser flüchtet. In der Regel kehrt sie zu ihrem Kind zurück, denkbar ist jedoch auch eine solch ausdauernde Störung, dass das Junge ebenfalls ins Wasser flüchtet, aber in eine andere Richtung schwimmt oder dass die Mutter keine Chance bekommt, zu ihrem Jungen zu gelangen. Oder aber die Wattwanderer haben das Junge gestreichelt und so ihre Duftmarke an den Welpen gesetzt, der nun vom Muttertier nicht mehr erkannt wird.

 

Ein Seehundwelpe, der von seiner Mutter getrennt wurde, heult zunächst mitleidserregend. Das hat dieselbe Wirkung wie das Babygeschrei menschlicher Säuglinge auf ihre Mutter- die Mutter wird versuchen, zu ihrem Jungen zu gelangen, um es zu beruhigen.

Oft finden sich die beiden Tiere wieder dann beschnuppern sie sich, und wenn die Mutter ihren Welpen erkannt hat, säugt sie es erst einmal.

Manchmal jedoch besteht keine Hoffnung mehr, dann wird das Junge, sofern es gefunden wurde, in eine Seehundaufzuchtstation gebracht.


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